Anreise:
mit der Fähre. Da ein gewisser Wind an diesem Abend aufgezogen ist, nahmen wir das Taxi zum Pier. Die NY Waterways fahren alle 15 Minuten vom Pier in der 39 Straße nach Weehawken in den Linclon Harbour. Dieser liegt genau über dem Lincoln Tunnel, welchen ich jeden morgen mehr oder weniger schlafend auf dem Weg ins Büro passiere. Nachdem die Fährtickets gekauft wurden, rannten wir trotz des Schildes "no runnig" die Gangway entlang auf die sich im Ablegeprozess befindliche Fähre und stachen in See, besser: in den Fluss. In dem nun einsetzenden Moment der Ruhe schauten wir aus dem Fenster und erlebten eine wunderschön (surreale) Natur.
Blick in den Süden Richtung Freiheitsstatue
Skyline von NYC (Midtown West), in der Mitte erkennt man das Empire State Building
Beim Verlassen der Fähre bekamen wir die ersten Regentropfen zu spüren. Bis zum Restaurant wären es ca. 500 Meter Fußweg. Der Regen wurde immer stärker, so dass wir in der nächsten Tiefgarage Zuflucht gesucht haben. Draußen brach ein selten heftiges Unwetter aus. Regenschirme waren nutzlos, das Wasser kam von allen Seiten. Die Fähren stellten ihren Betrieb ein, die Flughäfen wurden geschlossen, Flüge abgesagt (ein Kollege konnte daher nicht über das Wochenende nach Chicago fliegen), die Welt stand kurz still. Und wir saßen in einer Tiefgarage fest. Glücklicherweise wurden wir von einem Kollegen mit seinem Auto (und dafür eignen sich Tiefgaragen hervorragend) aus unserer Situation befreit (Danke Björn). Und Valet-Parking sei Dank konnten wir das Restaurant trockenen Fußes betreten.
Das Restaurant hatte einen romantischen Einschlag, hier verlobt man sich oder feiert einen Jahrestag. Oder einen Geburtstag. Das Essen war ausgezeichnet, der Blick war jede Anstrengung wert.
Die Rückreise gestaltete sich wiederum etwas anspruchsvoller als gedacht. Dafür regnete es nicht mehr. Noch 5 Minuten bis zur Abfahrt der letzten Fähre um 22:30. Tickets für die Fähre werden nicht auf den Fähren verkauft, am Pier stand ein Schild, Tickets könnten im nahegelegenen Sheraton-Hotel erworben werden. Im Hotel erklärte man mir, dass dies nur für registrierte Hotelgäste möglich sei. Nachdem erst alle Argumente meinerseits verschossen wurden (das macht ja gar keinen Sinn - es ist eine öffentliche Fähre) und die Entrüstung etwas nachgelassen hatte, wurden die Alternativen überlegt: mit dem Taxi zum Path-Train, welcher direkt nach Manhattan in die 34st. Steet fährt, dann mir der UBahn weiter heim. Aber das Hotel hat auch einen Shuttle. Freundlicherweise erklärte sich der Fahrer bereit, uns an eine andere (große) Hafen zu fahren, die die ganze Nacht durchfahren und Ticketautomaten haben. Nach 10 Minuten und 5$ Trinkgeld waren wir am Pier, nach 15 Minuten auf der Fähre (die andere legte gerade ab, als wir die Gangway betraten) und nach weiteren 6 Minuten auf Manhattan. Als besonderen Service gab es danach einen Anschlussbus, der uns in unsere Straße fuhr. Viel Abenteuer für einen Abend!


